Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

Grüner Weg 103
D-52070 Aachen
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Urteil des OLG Saarbrücken vom 08.02.2012 - Keine grobe Fahrlässigkeit bei Weiterfahrt zum nächsten Parkplatz nach Wildunfall auf einer Autobahn und anschliessendem Motorschaden

Kollidiert der Versicherungsnehmer (VN) einer Kaskoversicherung auf einer Autobahn in der Nacht mit einem Fuchs und setzt er sodann seine Fahrt bis zum nächstgelegenen Parkplatz fort, so hat er nicht grob fahrlässig hinsichtlich seiner Schadensminderungsobliegenheit gehandelt, wenn durch die Weiterfahrt ein Motorschaden eingetreten ist.

Aus den Gründen:

. ...Fahrlässigkeit setzt Vorhersehbarkeit der Gefahr voraus, gegen die der Geschädigte Vorkehrungen treffen sollte und Vermeidbarkeit des abzuwendenden Ereignisses. Bei der Prüfung der Fahrlässigkeit ist zu berücksichtigen, wenn der VN unerwartet mit dem Eintritt des Versicherungsfalls konfrontiert wird und aus Aufregung, Verwirrung oder Schrecken die notwendigen Massnahmen nicht ergreift. Allerdings muss von einem Fahrzeugführer grds. erwartet werden, auch auf unerwartete Ereignisse sachgerecht zu reagieren. Handlungen, die eine Lebensgefahr begründen, sind
nicht zu verlangen.. .

Quelle: Urteil des OLG Saarbrücken vom 08.02.2012, Az.: 5 U 313/11

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