Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

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Urteil des OLG München vom 13.05.2011 zu den Anforderungen an eine ordnungsgemässe Beweiserhebung durch das Gericht bei Auffahrunfall mit Schleudertrauma

    1. In Verkehrsunfallsachen hat die Parteianhörung zwingend und von Amts wegen zu erfolgen. Anderenfalls liegt eine Verletzung gegen das rechtliche Gehör gem. Art. 103 I GG vor.
    2. Um die Frage von körperlichen Beschwerden, insbesondere der Halswirbelsäule (HWS), aufgrund eines Verkehrsunfalls zu klären, sind im Rahmen der Beweiserhebung biomechanische Gutachten unverzichtbar.

Aus den Gründen:

... ...Ein weiterer Mangel der Beweiserhebung liegt darin, dass erstinstanzlich zunächst eine medizinische und erst hieran eine unfallanalytische Begutachtung durchgeführt worden ist. Diese Vorgehensweise verkennt nicht nur die notwendige zeitliche Reihenfolge der Begutachtung, sondern ist auch insofern fehlerhaft, als zur Feststellung der für die medizinische Begutachtung notwendigen Anknüpfungstatsachen eine ergänzende biomechanische Auswertung zur Feststellung der auf den Körper des Klägers einwirkenden Kräfte notwendig gewesen wäre ...

Quelle: Urteil des OLG München vom 13.05.2011, Az.: 10 U 3951/10

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