Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

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Urteil des OLG Köln vom 21.03.2011 zur Offenbarungspflicht des Verkäufers eines Gebrauchtfahrzeugs hinsichtlich eines Vorschadens durch Diebstahlseinwirkung

Einen massiven Vorschaden des Fahrzeugs, der durch Diebstahl von wesentlichen Teilen des Fahrzeugs verursacht wurde, muss der Verkäufer auch ungefragt wahrheitsgemäss und vollständig offenbaren, auch wenn das Fahrzeug wieder fachgerecht in Stand gesetzt wurde.

Aus den Gründen:

... Danach kann es im vorliegenden Streitfall keinem ernstlichen Zweifel unterliegen, dass der fragliche Diebstahlsschaden in dem Umfang, der in der "Fahrzeugbewertung" festgestellt worden ist, offenbart werden musste. Denn es handelte sich nicht zuletzt auch im Hinblick auf den Eingriff in die Autoelektronik durch unsachgemässes Zerschneiden der Kabelbäume um gravierende Mängel.

Es liegt auf der Hand, dass ein Gebrauchtwagenkäufer über einen Vorschaden solchen Ausmasses trotz Reparatur mit Originalteilen insbesondere deshalb informiert werden will und muss, weil dies bei seinem Kaufentschluss bzw. bei der Frage, welchen Preis er zu zahlen bereit ist, von Bedeutung ist ...

 

Quelle: Urteil des OLG Köln vom 21.03.2011, Az.: 5 U 175/10

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