Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

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Urteil des OLG Karlsruhe vom 29.08.2007 zur Unfallfreiheit eines Fahrzeuges trotz mehrerer ordnungsgemäss reparierter kleinerer Schäden

Ein Kraftfahrzeug ist nicht schon deshalb als Unfallfahrzeug anzusehen, weil es mehrere reparierte Blech- oder Einfachschäden aufweist, die jeweils geringfügig und als Bagatellschäden einzustufen sind.

Aus den Gründen:

...Das vom Kläger erworbene Fahrzeug war jedoch nicht mangelhaft. Der Begriff der Unfallfreiheit wird im Kraftfahrzeughandel einheitlich verwendet. Er besagt, dass ein Fahrzeug keinen Schaden erlitten hat, der als erheblich anzusehen ist.

Die Erheblichkeit eines Schadens bestimmt sich nach der Verkehrsauffassung, die nur geringfügige, ausgebesserte Blech- oder Einfachschäden aus dem Begriff der Unfallfreiheit ausklammert. Danach ist hier davon auszugehen, dass das Fahrzeug keine Unfallschäden hatte. Jeder einzelne der reparierten Vorschäden stellt bei einem zum Kaufzeitpunkt neun Jahre alten Fahrzeug keinen Unfallschaden dar, sondern ist eine Bagatelle.

Die Summe mehrerer Bagatellschäden führt nicht dazu, dass ein Unfallschaden vorliegt...

Quelle: Urteil des OLG Karlsruhe vom 29.08.2007, AZ: 7 U 111/07

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