Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

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Urteil des LG Saarbrücken vom 20.06.2011 - Vorliegen eines zum Rücktritt berechtigenden Sachmangels bei 10% höherem Kraftstoffverbauch gegenüber Herstellerangaben

Ein zum Rücktritt berechtigender Sachmangel liegt vor, wenn der tatsächliche Kraftstoffverbrauch eines Neuwagens die Herstellerangaben um durchschnittlich 10% (hier: 13,2%) überschreitet.

Aus den Gründen:

....Massgeblich ist der Wert für den kombinierten Verbrauch, mithin das Übersteigen des vom Hersteller angegebene Verbrauchs um 13,2%. Ein Anlass, abweichend davon im vorliegenden Fall auf die geringste Abweichung, nämlich den Verbrauch im innerörtlichen Bereich, abzustellen, besteht nicht, zumal der Kläger bereits in der Klageschrift vorgetragen hat, dass das Fahrzeug vor allem für den Einsatz von Landfahrten gedacht war. Es liegt nahe, dass nicht jede Abweichung des Verbrauchs von den Herstellerangaben einen Sachmangel begründet. Ab einem Verbrauch, der den vom Hersteller angegebenen Verbrauch um 10% übersteigt, liegt indes in der Regel nicht nur ein Sachmangel vor, sondern zugleich ein nicht unerheblicher Sachmangel, der den Käufer zum Rücktritt berechtigt.. .

Quelle: Urteil des LG Saarbrücken vom 20.06.2011, Az.: 12 O 185/10

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