Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

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Urteil des LG Lübeck vom 22.03.2012 zum Mangel eines Gebraucht-Kfz bei kaufvertraglichem Hinweis auf reparierten Schaden und tatsächlich nur unvollständiger Instandsetzung

Ein Gebrauchtfahrzeug ist mangelhaft, wenn der Kaufvertrag zwar einen reparierten Frontschaden ausweist, die Überprüfung des Fahrzeuges jedoch ergibt, dass dennoch weitere Unfallspuren existieren, die eine nur unvollständige Instandsetzung vermuten lassen.

Aus den Gründen:

...In der Sache hat das Amtsgericht richtigerweise die Wertung vorgenommen, dass im Kaufvertrag als Beschaffenheit i.S.d.§ 434 I S.1 BGB vereinbart wurde, dass der Frontschaden fachgerecht behoben worden war. Dieses ergibt bereits die Auslegung des Kaufvertrags gem. §§ 133, 157 BGB, denn wenn ein Mitarbeiter desjenigen Autohauses, welches durch einen Kfz-Meister das Fahrzeug repariert hatte, gegenüber seinem Vertragspartner angibt, dass ein Frontschaden "behoben" sei, dann ist dieses nur dahingehend zu verstehen, dass dieses fachgerecht in der Meisterwerkstatt erfolgt sei. Es ist für die Kammer nicht nachvollziehbar, warum das Wort "behoben" unter diesen Umständen nur "weitestgehend behoben" heissen soll...


Quelle: Urteil des LG Lübeck vom 22.03.2012, Az.: 14 S 107/11

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