Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

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D-52070 Aachen
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Urteil des LG Köln zur Leistungsfreiheit des Versicherers wenn bei Entwendung des Fahrzeuges die Anfertigung von Nachschlüsseln nicht angegeben wird

 

Verschweigt der Versicherungsnehmer nach einem Diebstahl seines Fahrzeugs die Fertigung eines Nachschlüssels, so muss der Versicherer auch dann nicht zahlen, wenn der Kunde dies später auf Grund erdrückender Ermittlungsergebnisse doch noch einräumt. Das haben die Richter vom Landgericht Köln entschieden.

In dem Fall hatte der Kunde der Versicherung mit der Schadensmeldung die beiden Originalschlüssel zugesendet. Von dem Ersatzschlüssel erzählte er ihnen vorerst nichts.

Die Versicherung ließ die beiden Originalschlüssel von einem Spezialisten untersuchen. Dieser fand an einem der beiden Schlüssel frische Kopierspuren.

Als die Versicherung danach noch mal bei dem Kunden nachfragte, räumte er den Nachschlüssel ein.

Als die Versicherung sich daraufhin weigerte, wegen dieser Obliegenheitsverletzung den Wert des als gestohlen gemeldeten Pkw zu ersetzen, zog der Mann vor Gericht.
Dort begründete er sein Handeln mit Vergesslichkeit. Den Schlüssel habe er schon vor Jahren nachgemacht. Da die Kopierspuren auf dem Originalschlüssel noch zu frisch waren, schenkte das Gericht seinen Äußerungen keinen Glauben. Außerdem hatte der Versicherte in einem früheren Schriftsatz über seinen Anwalt erklären lassen, die drei Schlüssel ständig im Wechsel genutzt zu haben. Wenn dem denn so gewesen wäre, dann sei es wenig glaubhaft, dass sich der Kunde plötzlich nicht mehr an den Ersatzschlüssel erinnern könne. Dass er die Nachschlüsselfertigung schließlich zugegeben habe, entlaste den Kläger aber keineswegs, denn sein Eingeständnis komme einfach zu spät. Vollständige und korrekte Angaben bei der Schadensmeldung seien nämlich kein Selbstzweck, sondern sollten die Versicherung in die Lage versetzen, in alle Richtungen hin ermitteln zu können, betonten die Richter aus Köln.

Quelle: LG Köln, Az.: 24 O 519/05

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