Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

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Urteil des LG Karlsruhe vom 20.08.2013 - Vollkaskoversicherung muss "Reifenplatzer" zahlen

Platzt ein Reifen, weil der Fahrer über einen größeren Gegenstand fährt, liegt ein Unfall vor. Die Vollkaskoversicherung muss für diesen Schaden aufkommen. Es handelt sich dabei nicht um einen allgemeinen Betriebsschaden, der nicht versichert wäre.

Der Kläger machte bei seiner Vollkaskoversicherung die Kosten für einen geplatzten Reifen und die daraus entstandenen Schäden am Fahrzeug geltend. Der Reifen wurde zerstört, als das Auto über einen größeren Gegenstand auf der Fahrbahn, wahrscheinlich einen Bolzen oder eine Schraube, fuhr. Infolge des geplatzten Reifens wurden auch Karosserieteile in der Nähe des betroffenen Rades beschädigt. Die Versicherung lehnte die Zahlung mit der Begründung, wonach allgemeine Betriebsschäden nicht versichert seien, ab und verwies auf ihre Versicherungsbedingungen.

Die Klage war erfolgreich. Die Richter entschieden, es handele sich sehr wohl um einen Unfallschaden. Das Platzen des Reifens sei nicht durch den allgemeinen Betrieb des Autos erfolgt, sondern durch plötzliche Einwirkung eines Gegenstandes von außen auf das Fahrzeug. Das habe den Reifen platzen lassen. damit sei der Unfallbegriff als "unmittelbar und plötzlich mit mechanischer Gewalt auf das Fahrzeug einwirkende Ereignis" erfüllt . Dies sei hier eindeutig der Fall.

Quelle: Urteil des Landgericht Karlsruhe vom 20.08.2013, Az.: 9 O 95/12

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