Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

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D-52070 Aachen
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Urteil des LG Bad Kreuznach vom 25.07.2014 - Verwirklichung des sog. Werkstattrisikos des Schädigers nach einem Unfall

1. Die Reparaturwerkstatt ist kein Erfüllungsgehilfe des Geschädigten.

2. Verwirklicht sich bei der Schadensbeseitigung nach einem Unfall das sog. Werkstattrisiko dergestalt, dass ein Ersatzteil erst Wochen später geliefert wird, so ist dieses Risiko dem Schädiger zuzuordnen.

Aus den Gründen:

. ...Es besteht kein sachlicher Grund, dem Schädiger das Werkstattrisiko abzunehmen, das er auch bei einer Beseitigung des Schadens nach § 249 Abs.1 BGB zu tragen hätte. Ausserdem ist zu bedenken, dass die Werkstatt deshalb kein Erfüllungsgehilfe des Geschädigten ist, weil diese nicht im Pflichtenkreis des Geschädigten tätig wird. Der Geschädigte bedient sich der Werkstatt in erster Linie nicht zur Erfüllung von Obliegenheiten zur Schadensminderung, sondern kraft seiner Befugnis zur Herstellung des beschädigten Fahrzeugs. Diese Kosten legt das Gesetz aber gerade dem Schädiger auf. Auch bei einer Schadensbeseitigung nach § 249 Abs.1 BGB wäre es zu einer längeren Lieferzeit gekommen.. ..

Quelle: Urteil des LG Bad Kreuznach vom 25.07.2014, Az.: 3 O 28/12

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