Dipl.-Ing. Günther Diefenthal. VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

Grüner Weg 103
D-52070 Aachen
Tel.: 0241/158015
Fax: 0241/158000

Urteil des AG Brandenburg vom 21.12.2011 zum Umfang der Hinweispflichten einer Kfz-Werkstatt bei Einbau einer Autogasanlage in einen Pkw

Beauftragt ein Kunde eine Kfz-Werkstatt mit der Umrüstung seines Pkw auf Autogas, so darf er entsprechende umfangreiche Sachkenntnisse voraussetzen. Weist die Kfz-Werkstatt den Kunden nicht darauf hin, dass es bei der Umrüstung eines Benzinmotors auf Gasbetrieb zu einer erhöhten thermischen Belastung der Zylinderventile durch Verbrennung von Gas statt von Benzin kommt, was zu einer fehlenden Schmierwirkung führen kann, so liegt darin eine Verletzung der vertraglichen Aufklärungs- und Hinweispflichten. Die Kfz-Werkstatt ist dem Kunden daher zum Ersatz eines dadurch entstehenden Schadens verpflichtet.

Aus den Gründen:

...Der Umfang der Hinweis- und Aufklärungspflichten bestimmt sich nicht nur durch das Fachwissen der Kfz-Werkstatt, sondern richtet sich auch nach dem Beratungsbedarf des Kunden. Die Mitarbeiter einer Kfz-Werkstatt haben insoweit den Kunden auf alle Umstände hinzuweisen, die der Kunde nicht kennt, deren Kenntnis aber für seine Willensbildung bedeutsam sind...

Quelle: Urteil des AG Brandenburg vom 21.12.2011, Az: 31 C 361/10

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