Dipl.-Ing. Günther Diefenthal VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

Grüner Weg 103
D-52070 Aachen
Tel.: 0241/158015
Fax: 0241/158000

Kriterien zur Auswahl eines Kfz-Sachverständigen aus der Sicht eines Kfz-Reparaturbetriebes

Vorbemerkungen:

Der Begriff des Kfz-Sachverständigen ist durch Rechtsprechung und Gesetzgebung nicht geschützt. Der fehlende Schutz der Bezeichnung "Kfz-Sachverständiger" hat seine Ursache in der Tatsache, daß eine gesetzliche Regelung des Berufes einschließlich eines verbindlichen Anforderungsprofils nicht besteht.

Rechtsberatungsgesetz:

Trotz der Entscheidung des OLG-Hamm, das sich mit der Zulässigkeit der Beauftragung eines Kfz-Sachverständigen durch den Kfz-Betrieb befaßt hat, ist die technisch zu wertende Aussage eines Kfz-Betriebes gegenüber dem Kunden, daß mit bestimmten Kfz-Sachverständigen zusammengearbeitet wird oder daß bestimmte Kfz-Sachverständige die Kriterienliste für besondere Qualifikationen erfüllen, zulässig.

Es dürfte im übrigen auch zulässig sein, daß der Kfz-Betrieb im Auftrag des Kunden einen Kfz-Sachverständigen zur Schadenbegutachtung hinzuzieht.

Kriterienkatalog:

a) Fachliche Qualifikationen

  • Kfz-Meister / Diplomingenieur
  • Öffentliche Bestellung und Vereidigung für das Fachgebiet Schäden und Bewertung (einen entsprechenden Bestellungstenor spricht nur die IHK aus)
  • Anerkannt durch einen seriösen Berufsverband (beispielsweise durch den BVSK) Berufsverbände sind berechtigt, eine sogenannte Anerkennung auszusprechen. Die Anerkennung durch den BVSK wurde bereits 1984 in einem wettbewerbsrechtlichen Verfahren durch den BGH überprüft. Der BGH hat ausgeführt, daß die sogenannte Anerkennungsprüfung des BVSK der Prüfung durch die IHK´s für die öffentliche Bestellung und Vereidigung zumindest gleichwertig ist. Wettbewerbsrechtlich vorgeschrieben ist es, daß in jedem Fall auf die anerkennende Stelle im Briefkopf und im Gutachten hingewiesen werden muß, zumal der Begriff der Anerkennung leider vielfach mißbraucht wird.
  • Zertifiziert auf Grundlage der Europanorm 45013 durch eine in Deutschland akkreditierte Zertifizierungsstelle. (Im Institut für Sachverständigenwesen haben sich auf Initiative des BVSK, der Versicherungswirtschaft, von TÜV und DEKRA alle im Sachverständigenwesen relevanten Kräfte zusammengeschlossen, um mit Hilfe der auf europäischem Recht beruhenden Zertifizierung langfristig ein faktisches Berufsbild zu schaffen. Leider ist es nicht gelungen, den Begriff der Zertifizierung oder der Zertifizierungsstelle gesetzlich zu schützen. So ist davon auszugehen, daß heute eine Vielzahl von Zertifizierungsstellen auch im Sachverständigenwesen tätig ist.)

Sachverständige, die diese Kriterien erfüllen, erfüllen das Anforderungsprofil des Institutes für Sachverständigenwesen für den Sachverständigenbereich Schäden und Bewertung bzw. das identische Anforderungsprofil der Industrie- und Handelskammern und des BVSK. Gutachten dieser Kfz-Sachverständigen können, soweit der Verdacht der Mangelhaftigkeit besteht, bei den entsprechenden Institutionen überprüft werden. So ist innerhalb des BVSK der Ausschuß für Technik und Recht für die kurzfristige Überprüfung der Gutachten zuständig.

Die Sachverständigen, die diesen Kriterien unterfallen, sind verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden. Der Nachweis über mindestens zwei Seminare ist bspw. innerhalb des BVSK jährlich vorzulegen.

b) Persönliche Kriterien

  • Völlige Unabhängigkeit der Kfz-Sachverständigentätigkeit (Kfz-Sachverständige die zugleich Kfz-Betriebe führen oder andere im Bereich des Unfallschadens angesiedelte Bewerbe praktizieren (Restwerthandel, Kfz-Handel etc.) erfüllen nicht die Bedingungen der Unabhängigkeit. Gutachten, die von solchen Kfz-Sachverständigen erstellt werden, werden häufig von der regulierungspflichtigen Versicherung nicht anerkannt.)
  • Regelmäßige Fort- und Weiterbildung
  • Typen- und markenspezifische Weiterbildung (Kfz-Sachverständige, die regelmäßig in einem Kfz-Betrieb als Kfz-Sachverständige tätig sind, sollten zumindest marken- und typenspezifische Fortbildung nachweisen können.
  • Referenzen
  • Beanstandungsquote
  • Weitere persönliche Kriterien wie der Umgang mit Kunden, Kfz-Meistern etc.

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