Dipl.-Ing. Günther Diefenthal VDI

von der IHK zu Aachen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kraftfahrzeugschäden und -bewertung

Grüner Weg 103
D-52070 Aachen
Tel.: 0241/158015
Fax: 0241/158000

Autorecht Aktuell 2001 

a) Neues Gewährleistungsrecht ab 01. 01. 2002 

Bundestag und Bundesrat haben das sogenannte Schuldrechtsmodernisierungsgesetz verabschiedet. Ab 01. Januar 2002 tritt insbesondere eine neues Gewährleistungsrecht in Kraft. Künftig beträgt die Gewährleistungsverjährungsfrist bei dem Verkauf von Kraftfahrzeugen vom Handel an Privatpersonen 2 Jahre. Lediglich bei Gebrauchtfahrzeugen kann die Gewährleistungsverjährung auf 1 Jahr vertraglich verkürzt werden. In den ersten 6 Monaten nach Übergabe des Fahrzeuges gilt eine Beweislastumkehr, wonach bei Auftauchen eines Mangels vermutet wird, dass dieser Mangel bereits bei Übergabe des Fahrzeuges vorhanden war.

Experten empfehlen, dass der Kfz-Handel vor Übergabe des Fahrzeuges an den Käufer den Zustand des Fahrzeuges durch einen sogenannten Zustandsbericht exakt dokumentieren lässt. Daneben kann es vielfach auch sinnvoll sein, Gebrauchtwagengarantien abzuschließen. Ihr BVSK-Sachverständiger erstellt kostengünstig den BVSK-Zustandsbericht, der eine umfassende Dokumentation des Fahrzeuges vornimmt.

b) Rundschreiben des Volkswagen- und Audi-Händlerverbandes

Massiv hat der Volkswagen- und Audi-Händlerverband die Politik einiger Versicherer ausschließlich mit wenigen Vertrauensbetrieben zusammenzuarbeiten kritisiert. In dem Oktober-Rundschreiben des Händlerverbandes wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht im Interesse des geschädigten Autofahrers liegen kann, wenn der Geschädigte in wenige Vertrauenswerkstätten des Versicherers gelenkt wird und dabei seine Rechte durch Ausschaltung von Anwälten und Sachverständigen beschränkt werden.

c) Glasschaden

Zunehmend wird festgestellt, dass bei Glasschäden die regulierungspflichtigen Versicherer Abzüge vornehmen, weil der Reparaturbetrieb selbst bei neuwertigen Fahrzeugen den vom Hersteller vorgesehenen Klebesatz vorsieht. Derartige Abzüge sind nicht gerechtfertigt. Zu erstatten sind die erforderlichen Reparaturkosten. Der Versicherungsnehmer hat hierbei das Recht, auch die Glasschadenreparatur in seinem Fachbetrieb zu den üblichen Preisen durchführen zu lassen. Auf eines aber sollte durchaus hingewiesen werden, dass die Glasschadenreparatur in nicht autorisierten Betrieben zu Einschränkungen der Garantie führen kann.

d) Kostenvoranschläge

Im Rahmen der Änderung des Schuldrechtes (s. oben) wird eine Vorschrift eingeführt, aus der sich ergibt, dass Kostenvoranschläge grundsätzlich kostenfrei zu erbringen sind. Diese Gesetzesänderung ist letztlich eine Folge der Tatsache, dass in der Branche häufig Kostenvoranschläge ohne Not kostenfrei erbracht wurden. Wenn allerdings der Gesetzgeber von der kostenlosen Erstellung des Kostenvoranschlages ausgeht, sollte der Kfz-Betrieb Kostenvoranschläge auch tatsächlich nur erstellen, als dies im Rahmen der Akquisition von Aufträgen (insbesondere Reparaturleistungen) erforderlich ist. Der Kostenvoranschlag hat keinesfalls die Schadenfeststellung durch ein Gutachten zu ersetzen, vielmehr sollte der Kfz-Betrieb gerade im Bereich der Unfallschadenabwicklung im Rahmen seiner Möglichkeiten darauf hinwirken, dass ein unabhängiger Sachverständiger mit der Schadenfeststellung beauftragt wird.

e) Wiederbeschaffungswert

Die Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes im KH-Schaden obliegt bei einem Totalschadenfall dem Kfz-Sachverständigen. Der Sachverständige hat den Wiederbeschaffungswert als Händler verkaufsfrei in der Region zu ermitteln. Auch wenn der Sachverständige bei der Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes auf Gebrauchtwagenbörsen zurückgreift, berücksichtigt er letztlich den Händlerverkaufspreis seiner Region. Soweit der Geschädigte durch den Haftpflichtversicherer aufgefordert wird, einen Wiederbeschaffungswert auf Basis eines Ausdruckes von Gebrauchtwagenbörsen anzuerkennen, ist dies unzulässig.

f) Winterreifen

Jedem Kfz-Betrieb kann empfohlen werden, zu Beginn der schneereichen Jahreszeit die Kunden darauf hinzuweisen, dass bei selbstverschuldeten Unfällen in Folge der Verwendung von Sommerreifen ggf. der Versicherungsschutz erlöschen kann.

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